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Basecamp, BMW-Navigator, Wegpunkt und stressfreie Routenführung

Motorradtouren, Motorradreisen geführt oder individuell

Basecamp, BMW-Navigator, Wegpunkt und stressfreie Routenführung

Gibt es eine stressfreie Routenführung?

Als Motorradfahrer möchte man ja seine Strecke und jeden einzelnen Wegpunkt zuhause selbst erstellen. Also, selbst festlegen in welcher Reihenfolge das einzelne Ziel, Zwischenziel oder Wegpunkt angefahren werden soll. Dies ist zwar für manche umständlich und erfordert eine (mitunter lange) Vorarbeit. Hilfsmittel wie Karten, Internet-Recherche, eigene Streckenerfahrung und Google-Earth gehören selbstverständlich dazu um den geplanten Wegpunkt perfekt in die Route zu integrieren.

Das Navi hat keine künstliche Intelligenz

Jetzt kommt aber der Knackpunkt und dieser erfordert einen anderen Denkprozess, ansonsten werden wir noch lange auf diese Teile schimpfen! Ein Navigationsgerät ist kein Pfadfinder, kein Gerät auf das wir uns zu 100% verlassen können und wollen. Wenn wir soweit sind, dass wir als Ersatz für Papierkarten nun das Navi nutzen, haben wir schon einen sehr weiten Schritt in Richtung anderer Denkprozess oder Erwartungshaltung geschafft. Das Navi ist einfach nur ein Hilfsmittel, kein Strecken-Findungs-Wunderwerk-Gerät. Eine kleine Geschichte hierzu.

Papierkarten

Als wir noch unsere Papierkarten hatten, fuhren wir bestimmte Straßen, die auf der Karte angezeigt wurden, nach. Wenn uns danach war, bogen wir einfach links ab, sahen was uns erwartete und behielten die Orientierung, denn wir konnten jederzeit wieder auf unsere geplante Strecke bzw. wieder auf unsere Straße. Wer genau diese Erwartungshaltung an sein Navi hat, wird superentspannt seinen Urlaub, seine nächste Route oder den Wochenendausflug machen können. Denn ein Navi ist genau das für uns – eine elektronische Karte mit GPS-Unterstützung und dient nur zur Orientierung. Wenn man damit leben kann ist alles gut, wer noch auf das Wunderwuzzi-Navigationsgerät wartet wird in den nächsten Jahrzehnten noch Wutausbrüche, Schimpftiraden und schlaflose Nächte haben.

Erwartungshaltung

Unsere Motorrad-Erwartungen sind vielfältig, Sportler, Enduro, Harley – wie sollte ein Navi wissen was wir wollen? Meist sind aber die Motorradfahrer ihre eigenen Streckenersteller. Wenn man sich nun die ganze Arbeit gemacht hat und ich kann nun ein Liedchen singen nach meinem Spanienurlaub, möchte man nicht durch irgendwelche Algorithmen und Berechnungen seine sehr hart erarbeitete Route vom Navigationsgerät zerstören lassen. Aber das passiert – Warum?

Navigationsgeräte wurden entwickelt um uns Nutzer die Strecken-Arbeit zu erleichtern. Deshalb gibt es mehr oder weniger primitive Algorithmen die eine Strecke optimieren. Dieser Algorithmus kennt leider nicht die vielen Fassetten der Motorradfahrer wie, tolle Aussicht, tollen Gras- und Waldduft, verwinkelte GS-Strecken usw. Es kennt einfach nur schnellste, kürzeste Strecke, Straßentypen wie Autobahn und noch ein paar einfache Parameter. Alles toll, aber für uns nicht wirklich genug. Wir haben 100te von Parameter, je nach Art unserer Tour – Zubringer, Passstraßen, beiden zusammen in unterschiedlichen Streckenabschnitten, die Zeit und das Wetter, zu kalt, zu heiß, zu viele Motorradfahrer auf der Strecke, Tankfüllung als Faktoren, usw. usf.

Das Navi-Tier

In der Regel haben wir ja sehr viel Arbeit in unsere Routen gesteckt. Fahrer, die schnell von A nach B, C, D, E und F und evtl. wieder zurück wollen ist diese primitive und einfache Art von Navigation bequem – kürzeste Strecke, schnellste Strecke, mit Autobahn, ohne Autobahn usw. Aber wir Motorradfahrer wollen ja unsere Strecken fahren. Jetzt passen i.d.R. unsere komplexen Entscheidungsfindungen sehr selten zu den Entscheidungen, die z.B. ein Garmin-Navigationsgerät macht. Klar oder? Deshalb haben wir unser Basecamp.

Was für den A-F-Fahrer Zeitverschwendung ist, gehört für uns Motorradfahrer aber zum Motorrad fahren! Wir wollen oft nicht primitiv optimierte Strecken, wir wollen Benzin vergeuden, wir wollen Zeit und Geld verschwenden – ansonsten hätten wir ja kein Motorrad, nicht wahr? Und wie soll jetzt ein Navigationsgerät wissen ob wir gerade auf dem „Ich-will-die-Route-nachfahren“-Trip oder „Ich-möchte-zum-nächsten-Zwischenziel-oder-Ziel-navigieren-aber-bitte-auf-der-Route-und-denke-bitte-so-wie-ich-denke-es-regnet-nämlich-und-mir-tut-mein-Hintern-weh“-Trip. Sehr schwierig, ja sehr schwierig.

Route – Track Zwischending

Was wir brauchen ist ein Zwischen-Ding zwischen Route und Track und besondere Ziele bzw. Wegpunkte. Das gibt es aber leider nicht im Sack zu kaufen und wird es auch in Zukunft nicht geben, da man entweder eine Route und dann den Algorithmus an den Backen hat, oder einen Track, der aber bei den meisten Navi-Geräten keine Führung besitzt (z.B. in 200 m links abbiegen).

BMW Navigator

Da ich mich nun viel mit meinen BMW-Navigator von Garmin befasst habe (>25.000 km mit unterschiedlichen Bedürfnissen) hier ein kleiner Tipp, wie man sehr große aber auch kleinere Routen-Tracks-Favoriten-Strecken, die ich RTF-Strecken nenne, erstellen und super entspannt sein kann. Könnt Ihr folgende Fragen mit ja beantworten? Dann werdet Ihr nie wieder Stress mit Euren Strecken haben:

  1. Meine Strecke plane ich zu Hause oder lade Tracks herunter, oder ein Bekannter hat eine Route geplant.
  2. Die geplante Route möchte ich genauso abfahren wie ich sie geplant, verändert bzw. bekommen habe.
  3. Ich möchte die Orientierung behalten, wenn ich durch ein Verkehrshindernis meine Route verlassen muss.
  4. Ich möchte die Orientierung behalten, wenn ich meine Route in machen Abschnitten verlassen möchte mit maximaler Freiheit.
  5. Wenn Ziele, Zwischenziele oder interessante Wegpunkte auf meiner Strecke liegen, möchte ich diese jederzeit sehen.
  6. Das Navi soll sofort wieder die Routenführung beginnen, wenn ich wieder auf meiner Route einschere, ohne dass ich die Zwischenziele kennen und auswählen muss.

Wenn Ihr alles mit Ja beantwortet habt dann ist es sehr einfach (mit Basecamp)

  1. Erstelle dein eigenes Routenprofil (keine Autobahn, kurvig, etc.) in Basecamp.
  2. Setze Deine Wegpunkte bzw. Favoriten die Du erreichen möchtest (Gasthäuser, Sehenswürdigkeiten, etc.)
  3. Erstelle mit Deinem Profil die Route.
  4. Passe Deine Route mit Zwischenzielen an
    1. (I)nsert – Zwischenziele bzw. Punkte einfügen.
      1. Optimieren nicht vergessen, ggf. Reihenfolge der Punkte im Routenfenster anpassen.
    2. (M)ove – Zwischenziele verschieben.
    3. (W)aypoint – Wegpunkt / Ziel einfügen (Überlege genau ob Zwischenziel oder Wegpunkt)
      1. Tipp: Ich nutze Wegpunkte nur für besondere Ziele, ansonsten füge ich mit (I) nur Zwischenziele ein.
    4. (X) – Route teilen, z.B. Beispiel wenn Hin- und Rückweg zu nahe aneinander, dann kann die Optimieren-Funktion nicht korrekt arbeiten => Route z.B. bei einem Wegpunkt bzw. besonderes Ziel teilen, dann wieder optimieren
  5. Wenn die Route fertig ist, dann aus der Route einen Track erstellen
    1. Diesen Track übertragen wir auch auf unser BMW-Navi. Stelle eine gut sichtbare Farbe ein und aktiviere „Auf der Hauptkarte anzeigen“. Hier bist Du dann immer auf der sicheren Seite, aber auch andersrum dürfte nichts passieren.
  6. Wenn der Track erstellt wurde, dann aus dem Track wieder eine Route machen. Im Routenfenster dürfen nur zwei Routenpunkte sichtbar sein! Die beiden Wegpunkte die diese Funktion erstellt wieder löschen (geben nur Anfang und Ende der Route wider)
  7. Track und die „Route aus dem Track“ auf das Gerät mit unseren besonderen Wegpunkten ( wir sehen diese dann in unseren Favoriten) übertragen.
  8. Track in Track-App ggf. auf Hauptkarte sichtbar machen (kein muss!)
  9. Route in der Routen-App importieren. In der Route sehen wir auch unsere Favoriten, die wir jederzeit auch über Navi-Algorithmus anfahren können, wenn es notwendig ist (Sonnenuntergang, Dunkelheit, Regen, etc.).
  10. Fertig, Anmerkung – Da der Track sehr viele Punkte hat dauert der Import u.U. sehr lange, aber es zahlt sich aus!
  11. Wenn man mehrere Alternativen geplant hat kann mal folgende Bezeichnung nehmen
    1. 10.20.Zuhause-Grünwald, Route von Zuhause nach Grünwald. Dort möchte man dann entscheiden
    2. 20.90.Grünwald-Simbach-1, zum Beispiel eine kürzere Strecke
    3. 20.90.Grünwald-Simbach-2, zum Beispiel eine längere Strecke
  12. Müsst ihr von der geplanten Route runter oder wollt runter, dann nutzt das Navi-Rad Eurer GS um wieder zur Route zurückzufahren!
  13. Ihr könnt nun immer sicher sein, dass sich die Route nicht verändert, und ihr seht immer wo ihr seid und wo eure Favoriten sind. Habt ihr keine Lust mehr, einfach auf den Favoriten klicken und sich vom Navi dorthin navigieren lassen. Wenn ihr wieder auf der Route seid, dann einfach wieder die Route laden und weiter geht’s.

Comments: 1

  1. […] erinnern. Pueblo heißen die Dörfer aus spanisch und hier in Andalusien gibt es diese zu hauf. Die Straßen hier sind wunderbar, nicht nur die Kurven, auch der Straßenbelag ist perfekt. Man sieht hier und auch später, dass […]

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