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Andalusien Motorrad Tour – El Chorro – Ronda – Gibraltar (Teil 7)

Motorradtouren, Motorradreisen geführt oder individuell

Andalusien Motorrad Tour – El Chorro – Ronda – Gibraltar (Teil 7)

Von El Chorro vorbei an den Felshäuser von Setenil de las Bodegas nach Gibraltar

Die Motorrad Tour durch Andalusien mit der BMW R 1200 GS und 7.000 gefahrenen Kilometern in 14 Tagen. Einen Überlick über alle Tour-Tage bekommt ihr hier.

Ein süßer Morgen in der Hütte am Embalse del Guadalhorce

Als wir aufwachten durchzog ein süßlicher Morgenduft aus Richtung der Stauseen unseren Bungalow und die Sonne schien ebenfalls schon. Nach dem Frühstück fahren wir wieder los. Heute wieder bei schönem Wetter. Es ist ungefähr 9 Uhr morgens. Vorbei am Embalse del Guadalhorce. Eigenlich sind es drei Stauseen die auch Pantanos del Chorro genannt werden und nachdem was der Koch am Campingplatz erzählt hat, eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung Malagas spielt. Am See kann man mit Booten fahren. Außerdem gibt es dort auch gute Restaurants mit klassischer Speisekarte. Der Mann, der für den Bau der Stauseen verantwortlich war wurde damals vom König zum Grafen ernannt und auch ein See wurde nach ihm benannt. Obendrauf gab es auch noch ein Haus am Seeufer, das ich aber leider nicht gesehen habe.

Weiter nach Süden

Auf nach Ardales
Auf nach Ardales

Wir fahren weiter südwestlich der Stauseen in Richtung Ardales. Dieses Dorf ist ein typisches weißes Dorf – Pueblo – welches wirklich sehr schön in die Hügeln und Olivenhainen eingebettet ist. Nur die Windräder stören etwas die Idylle. Was man aber merkt ist, dass auch die Zufahrtsstraßen schön gebaut sind, mit Blumenkästen und Laternen.

Pueblo Ardales
Pueblo Ardales

In der Ferne sieht man die Ronda-Berge. Wir bleiben nicht lange sehr lange in Ardales, aber man merkt, abseits vom Tourismus, dass dieser Ort ein perfektes Ziel ist, für Menschen, die eine echte andalusische Erfahrung suchen. Die Straßen sind typisch – eng – und man überquert beim durchfahren des Ortes den Fluß Turon.

Engen Straßen von Ardales
Engen Straßen von Ardales

Rundherum gibt es einige historische sehenswerte Zeugnisse aus der Jungsteinzeit, Höhlen und Artefakte. Einer der Höhepunkte sind die archäologischen Sammlungen aus dem Paläolithikum, Neolithikum, Chalcolithic und Bronzezeit wo eine chronologische Gabel von über 4000 Jahre menschlicher Vergangenheit in Guadalteba ausgestellt wird.

Prähistorisches Museum
Prähistorisches Museum

Natürlich gibt es dort, und man sollte es nicht verpassen, klassische Tapa-Bars und ein lokales andalusisches Bier, auf das ich aber verzichten musste – vorerst, denn im Top-Case war noch Platz eines mitzunehmen – für den Abend am Campingplatz. So wie wir über enge Straßen in den Ort reingefahren sind, fahren wir auch wieder aus dem Ort hinaus.

Auf Wiedersehen Ardales
Auf Wiedersehen Ardales

Wir schlängeln uns weiter nach südwesten der Straße 401 und 402 entlang Richtung el Burgo. Auch el Burgo ist ein wunderschönes andalusisches Dorf. Es ist ungefähr eine halbe Stunde von Ronda und eine Stunde von Malaga entfernt. Uns begleiten weiter die Olivenhaine, Weizenfelder und Weinberge, die man auch wieder in el Burgo sehen kann. Die Berge rundherum zeigen ein reizendes Panorama im Naturpark der Sierra de las Nieves mit pinien- und eichenbewaldete Hügeln.

Links Olivenhain - Straße - rechts Olivenhain
Links Olivenhain – Straße – rechts Olivenhain

Schon bei der Hinfahrt bemerke ich, dass diese Olivenhaine in dieser Gegend unheimliche Proportionen haben müssen, dann soweit das Auge reicht sieht man einen Olivenbaum nach dem anderen – Gigantisch!

Olivenbäume so weit das Auge reicht
Olivenbäume so weit das Auge reicht

In el Burgo angekommen tut es mir direkt etwas Leid, dass ich nicht länger bleiben kann, denn wie Ardales ist auch dies ein herzlicher Ort. Wir fahren in den Ort hinein, vorbei an einem Markt und machen dort einen Tankstopp. Ich kann mich etwas mit dem Tankwart unterhalten, ein Eis essen und tanken.

Tankstopp in el Burgo
Tankstopp in el Burgo

Nach dem Bezahlen kurven wir wieder die engen Straßen nördlich der Sierra de las Nieves hoch. Die Sonne blendet etwas, sodass ich mich bereits um einen Platz umsehe, wo wir eine kleine Pause in der Natur der Sierra de las Nieves machen können.

Sierra de las Nieves
Sierra de las Nieves

Die Straße ist zwar wieder eng, aber der Asphalt schön griffig und trocken. Kurz nach el Burgo habe ich dann zufällig einen Platz links gesehen der nach einer Aussichtsplattform aussah. Diesen steuerten wir dann an und vertraten unsere Füße.

Mirador links im Augenwinkel
Mirador links im Augenwinkel

Mirador del Guarda Forestal

Eigentlich habe ich diese Pause nicht eingeplant und wollte einfach nur das Visier sauber machen, weil mich die Sonne die ganze Zeit, seit el Burgo, durch das etwas verschmierte Visier ziemlich geblendet hat. Wir blieben auf etwa 900m stehen und waren überrascht was wir auf Tafeln alles von hier erfuhren. Kurz darauf sah ich eine Figur direkt auf den Felsen. Die Neugier packte uns.

Was ist da hinten?
Was ist da hinten?

Wir standen auf einem eindrucksvollen Naturdenkmal des Mirador Cuenca del Río Turón – Mirador del Guarda Forestal. Von dort oben sieht man den üppig bewachsenen Oberlauf des Flusses Turon über den wir heute schon gefahren sind. Wir haben einen tollen Panoramablick mit starken Kontrasten.

Auf den Bildern erkennnt man, dass die Umgebung von einer zerklüfteten Kalksteinnatur gezeichnet ist und damals ein Ort der Zuflucht für Räuber und Banditen war. Bis in die 1930er Jahren war der letzte genannte andalusische Räuber Juan Jose Mingolla als Long Steps bekannt.

Aber was ist denn mit dieser Statue da oben gemeint? Wenn man genau schaut, dann sieht man links einen Mann und ein Kind.

Der Mann und das Kind.
Der Mann und das Kind.

Der Forstkorp errichtete 1977 zur Hundertjahrfeier seiner Gründung eine Statue. Von dort oben lassen sich noch andere Sehenswürdigkeiten erblicken und ein wunderbares Panorama auf die Schlucht des Lifa-Tals, die verschneiten Gipfel des Pilones und die der Sierras Cabrillas, die Klosterruine Virgen de las Nieves, der Wasserfall und die Mühle von Fuensanta.

Die Statue des Forstkorps
Die Statue des Forstkorps

Nach dem sehr schönen und unterhaltsamen Zwischenstopp fuhren wir weiter in Richtung Ronda, biegen aber vor Ronda nördlich zu dem Ort Setenil de las Bodegas ab. Auch hier überwiegen wieder die Olivenhaine.

Setenil de las Bodegas

Wenn man glaubt, Straßen können nicht mehr schmaler werden, dann ist Setenil de las Bodegas prädestiniert jemanden das Gegenteil zu lehren. Der Ort war lange Zeit die Grenze zwischen den Christen und Mauren und wurde letztendlich um 1480 christlich. Das spektakuläre an diesem Ort sind aber die in die Felswände hineingebauten Häuser.

Setenil de las Bodegas
Setenil de las Bodegas

Hier im Ortskern sieht man eine Menge an Häuser, die quasi als Dach die Felsüberhänge nutzen. Der Fluss der diese Formationen so geschnitten hat heißt Rio Guadalporcun. Ich fand es sehr amüsant, dass die Gäste des Cafes erst aufstehen mussten, damit das Auto vor mir vorbeifahren konnte. Auf mich wirkte das aber von den Gästen als eine Selbstverständlichkeit. Das können hier nur die Einheimischen sein 😉 die eine solche Gelassenheit an den Tag legen. Der Ort hat irgend etwas geheimnisvolles mit dem Fluss auf der linken Seite und seinen saftig grünen Gewächsen, die von oben hier nach unten hängen.

Mitten im Ortskern von Setenil de las Bodegas
Mitten im Ortskern von Setenil de las Bodegas

Etwas weiter hinten machten wir eine kleine Sightseeing-Pause und ich Google-te diesen Ort. Was ich hierbei erstaunlich fand war, dass in diesen Häusern immer noch Menschen leben und wohnen. In der Nähe gibt es auch eine Olivenfabrik, die aber leider nicht mehr bewirtschaftet wird, was der Grund war, warum wir letztendlich doch nicht hingefahren sind.

Über 2500 Einwohner hat Setenil
Über 2500 Einwohner leben im Ort Setenil de las Bodegas

Nach der kleinen Sightseeing-Pause schlängeln wir uns wieder durch die Straßen und machen uns weiter auf den Weg. Am Ende des Ortes tauchen wir wieder in das Hinterland ein, wo wir wieder die weiten Olivenhaine sehen. Man hat den Eindruck, dass man überall dort, wo Platz und Sonne ist, einen Olivenbaum hingepflanzt hat.

Ortsende - wir fahren nach Ronda
Ortsende – wir fahren nach Ronda

Ronda

Über Venta de Leche fahren wir wieder in Richtung Süden nach Ronda. Ronda liegt zwischen den beiden Naturschutzgebieten der Sierra de Grazalema, den wir morgen westliche wieder durchqueren, wenn wir zum Zahara-See fahren und der Sierra de las Nieves, den wir heute schon nördlich passiert haben. Vor Ronda fahren wir noch am Naturschutzgebiet (Naturpark) Dehesa del Mercadillo vorbei der hauptsächliche aus Pinienwälder besteht.

Wir fahren schön langsam ein nach Ronda und merken auch den zunehmenden touristischen Flair, der mir nach den letzten paar Tagen nicht wirklich fehlte. Ronda kannte ich bereits aus vielen Fotos. Jedes der Fotos für sich eine schöne Aufnahme und ich wollte mir diese Plätze auch gerne ansehen.

Einfahrt nach Ronda
Einfahrt nach Ronda

Am Anfang waren es ein paar Touristen, die aber sehr schnell in Richtung Stadtmitte mehr wurden. Ich weiß nicht genau, ob ich einen schlechten Tag hatte oder mich die letzten Tage ohne viele Touristen verwöhnt haben. Aber meine Lust verging langsam und stetig. Diese Regsamkeit hatte ich erst in Gibraltar erwartet.

Tourismus in Ronda
Tourismus in Ronda

Spätestens nach dem Polizisten, der den Verkehr regelte und bei der Stierkampfarena hatte ich keinen Bock mehr hier irgendwo stehen zu bleiben um sich die Stierkampf-Arena anzusehen. Es gibt genug Fotos, Beschreibungen und Videos über diese Arena, aber mir fehlte dann doch die Echtheit. Im Grunde ist ein Frühstück im Hinterland unter Einheimischen, mit Serranoschinken, Tomatenbaguette, frisch gepressten Orangensaft und Kaffee echter als das hier – Plaza de Torros de Ronda mit der Straßennummer 15.

Gewusel in Ronda
Gewusel in Ronda – Plaza de Torros de Ronda

Das langsame vorankommen im Stau gab mir dann noch den Rest und ich beschloss dann zum Stadtrand zu fahren, außerhalb vom Trubel eine gepflegte Kaffeepause zu machen und Tapas oder andere andalusiche Küche zu finden. Schön gelegen war die Cafe Bar Bodegas San Francisco und das war Grund genug dort stehen zu bleiben.

Cafe Bar -Bodega San Francisco
Cafe Bar -Bodega San Francisco

Es gab Salzfische, Muscheln, Serrano und eine Menge mehr. Für mich gab es wieder köstliche Tapas und einen tollen Kaffee zum Abschluss. Im Grunde aber muss ich mir eingestehen, was ich mir denn anders vorgestellt habe, Mitten in Ronda. Es musste mir doch klar sein, dass hier Touristen in größerer Zahl umher wandern. Ich gab die Schuld letztendlich meinem leeren Magen. Gestärkt fahren wir dann wieder los entlang der 369 um auf Höhe von Algatocin in die kurven- und kehrenreiche Straße 8305 abzubiegen. Gefühlt fuhren wir stundenlang durch Kiefernwälder auf schmalen, aber gut geteerten Straßen entlang. Der Duft von Kiefern hat eine sehr beruhigende und entspannende Wirkung und ich bekomme Lust auf einen Zirbenschnapps.

Stundenlang intensiver Kiefernduft
Stundenlang intensiver Kiefernduft

Kiefernwälder

Völlig entspannt durch den Duft der Kiefern und wegen der tollen Straße, auf der der Begriff Verkehr nicht vorkommt, schwingen wir uns von Kurve zu Kuvre und Kehre zu Kehre. Durch den griffigen Asphalt kann man jede Biegung ideal ausfahren bis …

Verkehr !
Verkehr !

… man daran errinnert wird, dass man ja nicht alleine auf der Straße unterwegs ist. Diese Erkenntnis kommt aber auch mit einer Wucht und Größe als Gegenverkehr zum Vorschein, dass ich auch etwas abrupter abbremsen muss – aber alles gut. Spanische LKW Fahrer beeindrucken mich immer wieder durch ihre geschickten Manöver auf wirklich engen Straßen und Kurven – Respekt!

Afrika in Sichtweite

Wir fahren weiter, wieder ohne Verkehr aber etwas vorsichtiger nach Süden und durchqueren den Naturpark Reales de Sierra Bermeja Richtung Estepona. Auf über 1000m nach der Kuppe bleibt mir angesichts des Panoramas die Spucke weg. Als Alpenfahrer sind hohe Berge und Panoramen immer etwas besonders aber man gewöhnt sich daran, das hier war aber auch für mich noch unbekannt. Hoher Berg, das Meer in Blickweite und im Horizont Marokko. Alleine diese Kombination brachte meine Mundwinkel mehrere Etagen höher.

Afrika, Marokko in Sichtweite
Afrika, Marokko in Sichtweite

Wir bleiben stehen und genießen diesen Ausblick minutenlange, oder waren es sogar länger als 10 Minuten – ich weiß es nicht mehr. Im rechten Horizont konnten wir auch unter heutiges Ziel sehen – der Fels von Gibraltar. Als wir das Gefühlsbad der schönen Aussicht durchlaufen hatten, machten wir noch ein paar Fotos und einen kleinen Video-Clip mit meiner Helmkamera. Leider ist es aber, wie immer so, dass man nicht wirklich das einfangen kann, was man ausdrücken möchte, aber ich denke man kann es sich etwas vorstellen, wenn man die Bilder sieht.

Gibraltar - Afrika - Marokko - Perfektes Panorama
Gibraltar – Afrika – Marokko – Perfektes Panorama

Wir fahren weiter den Berg hinab, das Meer und Afrika kommen mit jeder Kurve näher, mehr Details werden sichtbar und wir freuen uns bereits später der Küste entlang nach Gibraltar fahren zu können.

Nach einer 10 Kilometer langen Küstenfahrt beschließe ich die Autobahn zu nehmen, um so schneller Gibraltar zu erreichen, da die Zeit bereits etwas knapp wurde. Ein oder zwei Stunden länger würde uns unweigerlich in die Dämmerung bzw. frühen Abend bringen. Wir nehmen Fahrt auf und sind bald darauf kurz vor Gibraltar – den Felsen sieht man immer im Anschlag des Visiers.

7 Kilometer vor Gibraltar
7 Kilometer vor Gibraltar

Endlich sind wir auf der Küstenstraße nach Gibraltar und sehen die Straße von Gibraltar mit all seinen Schiffen und Afrika mit Marokko zum greifen nahe und ständig bläst die warme, gut riechende, Meeresbrise ins Gesicht. An der engsten Meeresenge, etwas weiter südlicher von uns, trennt die Straße von Gibraltar Europa eine 14km breite Wasserstraße.

Straße von Gibraltar
Straße von Gibraltar

Gibraltar

Von hier aus sind es etwa 20km bis zum marokkanischen Festland, dem wir aber noch etwas näher kommen wollen, indem wir zur südlichsten Spitze von Gibraltar fahren. Ein warmer Wind bläst uns wieder entgegen und der Fels von Gibraltar kommt immer näher an unsere Visiere. Wir fahren vorbei an hunderte von Booten und Jachten entlang der Küste und sehen immer mehr britische Kennzeichen.

Fels von Gibraltar
Fels von Gibraltar

Bevor wir direkt nach Gibraltar einfahren, fahren wir noch auf die andere Seite des Felsens, an den Strand und sehen uns den Fels von einer anderen Perspektive an. Dort machen wir auch ein kleine Pause, denn wir wissen nicht, wie lange wir an dem Grenzübergang warten müssen. Eine Kleinigkeit essen und den Wasserspiegel wieder erhöhen. Bei diesen Temperaturen sicherlich keine schlechte Idee.

Die Rückseite des Felsens von Gibraltar
Die Rückseite des Felsens von Gibraltar

Nach der kleinen Stärkung und Erfrischung machen wir uns auf zum Grenzübergang von Gibraltar. Es ging aber ziemlich flott voran und wir mussten nicht lange warten. Als wir dann nach der Grenze losfahren, gab es dort Ampeln, aber nicht diese, die wir vom Straßenverkehr kennen, sondern wenn dort eine Ampel rot ist, dann überquert ein Flugzeug die Straße. Leider landete oder startete zu dieser Zeit kein Flugzeug. Hätte ich schon cool gefunden! Was ich aber cool finde -Gott sei Dank- Rechtsverkehr!

Hier fängt die Start- und Landebahn von Gibraltar an
Hier fängt die Start- und Landebahn von Gibraltar an
Sie Start- und Landebahn von Gibraltar
Sie Start- und Landebahn von Gibraltar

Wir staten dann auch in Richtung südliche Spitze von Gibraltar um dort noch etwas Zeit zu verbringen. Die Straßen sind auch hier oft sehr schmal und die Busse klein.  Aber kein Wunder dass Busse hier klein und schmal sind, denn etwas später verstand ich dann, dass aus unserer Sicht normale Busse nicht sehr praktisch wären. Doch seht doch selbst …

… hoppla, hatte ich da nicht vorher ein Schild gesehen „Vorsicht Fußgänger“. Die sind auch genau dann zum Vorschein gekommen, wie der Bus im Tunnel verschwunden war. Das ist wirklich eine enge Kiste hier. Nach den Tunneln, oder sollte man eher Erdlöcher sagen, machen wir an einer schönen Stelle halt und lassen hier etwas Zeit liegen.

Da kann man die Seele baumeln lassen, den Schiffen zusehen und die Fantasie freien Lauf lassen, was so die letzten Jahrhunderte hier los war und wie sich das angefühlt haben könnte. Von maurischen, über 1000 jährige Befestigungsanlagen bis zu modernen Bauten sieht man hier alles zusammengepfercht auf dieser Halbinsel, was auch manchmal kurios wirkt.

Wir haben eine Menge Spaß und machen viele Bilder
Wir haben eine Menge Spaß und machen viele Bilder

Aaron macht mit seiner Kamera noch viele Fotos bevor es wieder weitergeht. Wir genießen noch die Meeresbrise, die Sonne und freue mich bereits auf ein kühles Bier am Campingplatz. Das in meinem Topcase ist ja schon warm. Am späten Nachmittag fahren wir wieder weiter raus aus Gibraltar, wieder an der Start- und Landebahn vorbei (verdammt wieder keine Flugzeug) und am Grenzübergang.

Am Ende des Tages

Ich möchte  etwas nördlicher von Gibraltar heute mein Zelt aufschlagen, damit der Einstieg morgen keine Autobahn beinhaltet. Wir suchen eine Weile und landen dann am Campingplatz La Castia Cadiz. Dort traf ich noch einen Franzosen, der morgen weiter nach Marokko fährt. Nach über 11 Stunden auf der Straße, auf Aussichtsplätzen und interessanten Orten genieße ich mein kühles Bier am Abend. Es war ein langer Tag, aber kein Ziepen und Zwicken und keine Minute Langeweile. Ganz im Gegenteil der Tag war sehr kurzweilig, spannend und interessant. Morgen geht es in Richtung Norden, dann nach Osten Richtung Cordoba.

Kühles Bier (und Fanta) und deftige Brotzeit
Kühles Bier (und Fanta) und deftige Brotzeit
Roadbook / Track

Donnerstag, 13. April 2017 09:07 MESZ
Entfernung: 473 km
Dauer: 11 Stunden, 17 Minuten und 02 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 41,9 km/h
Minimale Höhe: 2 m
Maximale Höhe: 1188 m
Anstieg (insgesamt): 6757 m
Gefälle (insgesamt): 6730m

 

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